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Infobrief Nr. 5/2013 [1,32 Mb]


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  PRESSE

 

Presseartikel vom 23.04.2012:

Institut hat einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft getan

Gleich drei dicke Gründe hat es am Samstag gegeben, um sich mit dem „Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg – Milchwirtschaft Wangen im Allgäu“ von Herzen zu freuen. Konnte das Oskar-Farny-Institut doch im vergangenen Jahr nicht nur die Gründung der Einrichtung als „Württembergische Käserei-, Versuchs- und Lehranstalt“ vor 100 Jahren feiern, sondern auch den Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten mit der Erweiterung der Lehr- und Versuchsmolkerei. Zudem nahm am Sonntag eine breite Öffentlichkeit das Angebot wahr, sich die neuen Räumlichkeiten vorstellen zu lassen.


Bei der offiziellen Eröffnung sprach Direktor Franz Schweizer davon, „einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Hauses“ getan zu haben. Dies zum einen in Verbindung mit der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachleuten in der Milchwirtschaft, zum anderen durch die Untersuchung von Milch und Milchprodukten, der Beratung bei technologischen, verfahrenstechnischen und hygienischen Problemen sowie durch praxisorientierte Forschungs- und Versuchstätigkeiten.

„Dieser Tag zeigt den Menschen, welche Bedeutung das Haus für den Landkreis Ravensburg hat“, freute sich auch Eva-Maria Meschenmoser. Die Tatsache, dass die Milch bislang von Skandalen frei geblieben sei, führte die erste Landesbeamtin einmal auf den hohen Standard, zum anderen auf die Leistung des Wangener Instituts zurück.

„Wangen hat (noch) keine Hochschule, aber eine hohe Schule der Milchwirtschaft“, stellte CDU-Landtagsabgeordneter Paul Locherer fest. Und er rief in Erinnerung: „Das Land hat hier investiert, die gemeinsam von uns unternommenen Bittprozessionen haben die Mittel erhöhen lassen und zur Sicherung der Einrichtung innen wie außen beigetragen.“

Land und Bund haben investiert

Wohin die 5,24 Millionen Euro von Bund und Land in den vergangenen beiden Jahren geflossen sind, das konnte bei einem ausgedehnten Rundgang durch das Haus erfahren werden. Leiter Dr. Erwin Kitzelmann führte die Besucher zunächst in die Lehrmolkerei, wo junge Leute zum Milchtechnologen (zuvor Molkereifachmann) das breite Spektrum der Milch kennenlernen können.

Ob die Butter- und Käseproduktion, die Anlage zur Eindampfung und der Pulverturm oder der Betriebsraum als Herzstück des Gesamten – überall konnte man den Molkereimeistern und Auszubildenden über die Schulter schauen. Dabei erfuhren die Gäste beispielsweise, dass die Molke „viel zu schade ist, um weggeschüttet zu werden“, sondern alles aus ihr herausgetrennt wird, „was für das Erforschen neuer Produkte oder zur Weiterverwendung dient“. Wer mehr Details hören wollte, bekam sie von Ausbilder Armin Detzel. Der ließ die Filtrationsmaschine so lange laufen, bis nur noch klare Flüssigkeit übrig blieb und er darüber informierte: „Es gibt in der Molkerei keine Abfallprodukte mehr.“ Und er erklärte, dass ein Liter Milch zwischen zwölf und 13 Prozent reine Trockenmasse ergibt. Zwei- bis dreimal in Woche liefert „Bergpracht“ in Siggenweiler – je nach Ausbildungsplan – 500 bis 1500 Liter Milch im Institut an. Das macht eine jährliche Bearbeitungsmenge von rund 60 000 Litern Rohmilch aus. Dazu kommen noch einmal 5800 Liter Rahm, der aus Leupolz geholt wird. „Die Auszubildenden lernen eins zu eins das kennen, was in den Molkereien gefordert ist“, sagte Dr. Kitzelmann. Auch, dass in der Friedrich-Schiedel-Schule die theoretischen Fachkenntnisse für die Be- und Verarbeitung von Milch und allgemeinbildende Kenntnisse vermittelt werden.

Im Raum mit der Bezeichnung „Aseptik“ erfuhr man alles über das Haltbarmachen der Milch, in der „Käsereifung“, dass neben Weich-, Hart- und Schnittkäse auch Frischkäse wie Mozzarella hergestellt wird. Im Jahr 2011 reiften allein 2400 Stück Camembert, 5390 Stück Romadur oder 374 Stück Tilsiter in den Kammern. Und ganz nebenbei machte man noch Bekanntschaft mit dem Heiligen Theodul, dem Patron der Käser.

Über die Aula, die funktional verwendbar ist und bis zu 150 Personen einen Sitzplatz bietet, wurde der Labortrakt erreicht. Hier werden milchwirtschaftliche Laboranten ausgebildet und es wird nach Herzenslust geforscht. Was Letzteres beinhaltet, hörte sich so an: Untersuchungen und Beratung für Molkereien, Handel und Selbstvermarkter, amtliche Güteprüfungen von Butter und Käse und Überwachung des Milchprüfrings Baden-Württemberg.

Für die Gäste gab es die Möglichkeit, Farb- und Geruchsanalysen zu machen oder im Mikroskop allerlei Getier und dessen Haare beziehungsweise Fell zu betrachten. Wer eine Pause einlegen wollte, konnte sich im Jugendwohnheim mit Mittagessen, Getränken, Kaffee und Kuchen eindecken. Natürlich war auch an eine Kinderbetreuung gedacht. „Es war schön, unsere alte Moschu (Molkereischule) mit all ihren Veränderungen zu sehen“, so hörte man vor allem die älteren Wangener immer wieder sagen.


Schwäbische Zeitung

 

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