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  PRESSE

 

Presseartikel vom 10.01.2012:

Metzger tritt gegen Schockenhoff an

Oswald Metzger will zurück in den Deutschen Bundestag. Der Ravensburger CDU-Politiker wird bei der parteiinternen Nominierung Ende des Jahres gegen Amtsinhaber Dr. Andreas Schockenhoff antreten. „Ich habe ihn gerade angerufen und darüber informiert“, sagte der 57-jährige Publizist gestern auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung. Entsprechende Gerüchte gab es schon länger in Ravensburg, der frühere Bundes- und Landtagsabgeordnete der Grünen ist vor allem in Wirtschaftskreisen beliebt und stellvertretender Landesvorsitzender der MIT, der Mittelstandsvereinigung der CDU.


Nach SZ-Informationen versuchen CDU-Mitglieder aus dem Kreis Ravensburg schon seit einigen Wochen, einen Gegenkandidaten zum amtierenden Bundestagsabgeordneten Schockenhoff aufzubauen. Dieser hatte im Sommer angekündigt, sich 2013 erneut um das Mandat bewerben zu wollen. Nicht zur Freude aller Christdemokraten, denn der 54-Jährige gilt einigen nach seinem Unfall unter Alkoholeinfluss mit anschließender Fahrerflucht als angeschlagen.

Sie würden lieber den Allgäuer CDU-Landtagsabgeordneten Paul Locherer in Berlin sehen. Locherer, früher Bürgermeister von Amtzell und seit 2006 für den Wahlkreis Wangen im Stuttgarter Landesparlament, gilt als „sehr integer, ein dynamischer Abgeordneter, ein Gewinnbringer für die CDU“, wie es ein Kommunalpolitiker aus Ravensburg ausdrückt. Bei der Landtagswahl 2011 hatte Locherer trotz schlechter Rahmenbedingungen für die CDU – die Partei flog erstmals aus der Regierung - eines der besten Ergebnisse im ganzen Land eingefahren.

Der 56-Jährige bestätigte gestern gegenüber der Schwäbischen Zeitung, dass er „von verschiedenen Seiten“ bedrängt worden sei, gegen Schockenhoff anzutreten. „Ich habe während der Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren überlegt und viele Gespräche geführt, aber mich dann entschieden, meinen Hut nicht in den Ring zu werfen“, sagte Locherer. Leicht gemacht habe er sich die Entscheidung nicht. „Das war schon eine Überlegung wert.“

Allerdings fühle er sich wohl im Landtag, er sei es seinen Wählern schuldig, seinen Aufgaben treu zu bleiben. Unter anderem leitet Locherer in der CDU-Fraktion den Arbeitskreis Ländlicher Raum und Verbraucherschutz. „Ich bin kein Känguruh, dass von Karrierechance zu Karrierechance hüpft.“ Auch seine Familie hätte ihn in dem Entschluss bestärkt, im Landtag zu bleiben.

Wahrscheinlich wird die Partei spätestens Ende diesen Jahres ihren Kandidaten nominieren. Bis dahin dürfte die Suche nach einem aussichtsreichen Gegenkandidaten oder einer Gegenkandidatin zu Schockenhoff weitergehen. Unzufrieden ist man innerhalb der Partei auch über dessen Äußerungen zu einem baldigen Baubeginn der Südbahn-Elektrifizierung schon im Jahr 2012, aus der nun bekanntlich vor 2014/2015 nichts wird. „Wir haben das auf den Infoständen vor der Stuttgart-21-Volksabstimmung so weitergegeben und kommen uns jetzt vor wie Lügner“, sagte ein empörtes CDU-Mitglied der SZ.

Und was sagt Andreas Schockenhoff dazu? „Wenn es Unzufriedenheit gibt, ist das mir gegenüber jedenfalls nie offen geäußert worden.“ Dass sich mehrere Kandidaten bewerben, wertet er als Zeichen der großen innerparteilichen Demokratrie, dass sich Oswald Metzger bewerbe, komme nicht überraschend. Ravensburg sei für die CDU „ein relativ sicherer Wahlkreis“, Ambitionen daher nur natürlich.

Schockenhoff hatte bereits 2008 bei der Nominierung für die letzte Bundestagswahl einen Gegenkandidaten: Eugen Abler, ein Hinterbänkler aus dem Kreistag und außerhalb des Allgäus nahezu unbekannt. Dieser holte aber immerhin 41,6 Prozent der Stimmen.

Der Ravensburger Kreisvorsitzende der CDU, Rudi Köberle, will „nicht zur Unzeit Diskussionen über ein so wichtiges Thema“ führen und hält sich dezent zurück. Da noch nicht einmal das Datum für die Bundestagswahl feststehe, sei es noch zu früh, über die Nominierung zu sprechen. Nur so viel: „Wir müssen sehen, dass wir so optimal wie möglich aufgestellt sind.“


Schwäbische Zeitung

 

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