Presseartikel vom 17.08.2011:
Messung: Waltershofen kann Lärm ertragenWaltershofen braucht keinen weiteren Schutz gegen den A96-Lärm. Das ist das Ergebnis einer Messung, die die Ortschaft zwei Wochen lang hat durchführen lassen. Der Ortschaftsrat und die Bevölkerung werden in der morgigen Ortschaftsratssitzung informiert.
Laut Analyse liegen die Lärmwerte im Durchschnitt deutlich unter den Grenzwerten. „Damit wird’s langsam eng mit Argumenten“, sagt Ortsvorsteher Werner Bachmann. Zwar hätte die Ortschaft auch bei einem Erreichen der Grenzwerte rechtlich keine Handhabe gehabt, „wir wollten aber wissen, ob subjektive Empfindung und tatsächliche Messung zu einem übereinstimmenden Ergebnis führen“.
Das tun sie nicht, wie nun das beauftragte Büro bestätigt. Eine stationäre Anlage nahm zwei Wochen lang den Lärm, der von der Autobahn hoch in die Ortschaft dringt, auf – als Dauermessung in einem allgemeinen Wohngebiet. Zusätzlich wurden zwölf Momentaufnahmen links und rechts der Autobahn eingeholt. „Bis auf eine Messung wurde die Grenze nie erreicht“, sagt Bachmann. Der Ausnahmefall trat in Riehlings auf.
Der Ortsvorsteher hat mit dem Messungs-Ergebnis gerechnet, auf ein noch klareres gehofft. Ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass der Lärmaspekt nicht zielführend sein würde. Dann lieber ein anderer: Bachmann möchte das Argument der Unfallgefahr auf Höhe Waltershofen beim Regierungspräsidium ins Feld führen. Seit Öffnung der A96 habe es viele Unfälle gegeben. „Gerade im Winter passiert oft was – auch wegen des Höhen- und damit Temperaturunterschiedes zwischen Lindau und hier“, so Bachmann. Einige Autofahrer seien überrascht, wenn sie plötzlich auf Eisplatten führen. Der Ortsvorsteher plädiert daher für ein Tempolimit. Das würde dann aller Voraussicht nach auch zu einer Verminderung des Lärms führen.
Eine weitere Alternative könnte die kürzlich von Landtagsabgeordneten Paul Locherer vorgestellte Photovoltaik-Lärmschutzwand sein (die SZ berichtete). Bachmann ist der Idee nicht abgeneigt. Im Gegenteil: „Wenn das machbar ist, wäre ich der Erste, der mit dabei wäre“, sagt er. Allerdings müsse zunächst geprüft werden, ob eine solche Anlage bei Waltershofen überhaupt realisierbar wäre. Zurzeit könne er noch wenig dazu sagen, wie machbar ein solches Projekt wäre.
Waltershofen und der A96-Lärm – ganz aufgeben möchte Werner Bachmann das Streitthema noch nicht. Aber er möchte Argumente, die erfolgsversprechend sind. „Einfach nur irgendwelche Behauptungen aufstellen, das bringt nix“, sagt er.
Bezüglich des Themas Lärmschutz für Waltershofen sei Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher weiter in Gesprächen mit dem Regierungspräsidium. Ausgang? Offen!
Schwäbische Zeitung
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