Presseartikel vom 31.08.2010:
Praktikum bei MdL Paul LochererIn den Sommerferien habe ich zwei Tage ein Praktikum bei dem Landtags-abgeordneten für den Wahlkreis Wangen Paul Locherer absolviert. Mir wurden Einblicke in die Welt der Politik ermöglicht und ich konnte die verschiedenen Funktionen und Aufgaben eines Abgeordneten näher kennenlernen.
Aufgeregt fuhr ich am Mittwochmorgen mit dem Zug von Bad Waldsee nach Stuttgart. Dort angekommen machte ich mich auf die Suche nach dem Landtag und wurde fündig. Im Landtagsfoyer wurde soeben eine Ausstellung der Bundeswehr eröffnet und ich war schon richtig beeindruckt von so vielen, wichtigen Leuten. Frau Herkommer, die Büroleiterin von Herrn Locherer, holte mich ab und ich lernte unseren Abgeordneten persönlich kennen. Nach unserem Gespräch über den Tagesablauf durfte ich mit Studenten, die ihr Pflichtpraktikum bei anderen Abgeordneten absolvierten, die Regierungserklärung von Ministerpräsident Stefan Mappus live im Plenarsaal verfolgen. Im Anschluss daran fand eine Debatte zur Bildung- und Schulpolitik statt. Es war interessant für mich zu verfolgen, wie die einzelnen Parteien ihre Vorstellungen über künftige Schulsysteme vorbrachten. Der Sitzungsverlauf war sehr spannend, da die Parteien immer wieder versuchten durch Zwischenrufe oder Gegenargumentationen ihren Standpunkt zu diesem Thema zu vertreten. Es ist wie in der Schule: manche reden dazwischen, die anderen hören gespannt zu.
Am Nachmittag stand der Besuch einer Seniorengruppe auf dem Programm. Zusammen mit Frau Herkommer habe ich die Betreuung dieser Gruppe übernommen. Die Besuchergruppe kam aus dem Wahlkreis von Herrn Locherer und war ihrem Abgeordneten ganz Ohr. Sie konnten Fragen zu der Arbeit eines Abgeordneten stellen und regionale Themen ansprechen. Herr Locherer stand allen Fragen Rede und Antwort. Mit der Besuchergruppe verfolgte ich weitere Debatten im Plenarsaal. Im Anschluss daran erläuterte Herr Locherer in einem extra Raum der Besuchergruppe seine Arbeit: Er vertritt die Interessen seines Wahlkreises und hat zudem verschiedene weitere Aufgaben. Er sitzt nicht nur im Sitzungssaal bei den Debatten, sondern, um auf das Aktuelle zurückzukommen, hat er auch zur Erhaltung der dezentralen Krankenhäuser Isny und Leutkirch beigetragen. Er arbeitet auch mit anderen Abgeordneten in Arbeitskreisen zusammen. Diese Arbeitskreise sind den Themenbereichen Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie Landwirtschaft und ländlicher Raum zugeordnet. Neben seiner Arbeit empfängt er Besuchergruppen aus seinem und den angrenzenden Wahrkreisen, nimmt an Empfängen teil und hat auch noch seinen Pflichten als Amtzeller Bürgermeister nachzukommen.
Der darauffolgende Tag begann mit einem freiwilligen Gottesdienst für die gesamte Belegschaft und für die Abgeordneten des Landtags. Es war der letzte Sitzungstag vor der wohlverdienten Sommerpause. Zwei Pfarrer, einer katholisch, der andere evangelisch, die beide im Landtag als Abgeordnete sitzen, gestalteten den ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Gelassenheit“. Man konnte in diesen ruhigen Minuten Kraft für den Sitzungsendspurt tanken. Am späteren Morgen durfte ich wieder den Sitzungen beiwohnen. Es wurde über Stuttgart21 debattiert. Eine heiße Debatte, über die man schon 17 Jahre diskutiert und endlich einen Beschluss gefasst hat. Während der Mittagszeit trafen sich Herr Locherer und zwei weitere Abgeordnete aus Oberschwaben mit Vertretern vom Württembergischen Sportbund e.V. Bei diesem wichtigen Termin ging es um den Vertrag für die Sportförderung in Baden- Württemberg. Dieser Vertrag läuft Ende des Jahres aus und die Abgeordneten versprachen, sich dafür einzusetzen, dass die Fördergelder nicht weiter gekürzt werden. Schließlich gibt es einen regen Zuwachs an Mitgliedern und auch der Jugendanteil in den Vereinen steigt stetig.
Anschließend hatte ich ein interessantes Gespräch mit der Büroleiterin und Pressesprecherin des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Isabel Kling. Frau Kling stammt aus Oberschwaben und ist Mitglied der Jungen Union Altshausen. Nach einem Erststudium studierte sie Journalismus. Bei einem Besuch ihrer Gruppe im Ministerium für ländlichen Raum knüpfte Frau Kling Kontakte zum damaligen Minister. Als kurze Zeit später die Stelle des Pressesprechers ausgeschrieben war, bewarb sie sich und erhielt die Stelle. Als ihr Chef, der Minister für Ernährung und ländlichen Raum, Fraktionsvorsitzender wurde, wurde Frau Kling Pressesprecherin der CDU- Fraktion.
Nachmittags stand ein Gespräch der Kreistagsfraktion der CDU aus Ravensburg mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU Peter Hauk, dem Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Rudi Köberle, der zugleich für den Wahlkreis Ravensburg im Landtag sitzt, und dem Abgeordneten Paul Locherer auf dem Programm. Die Gesprächsrunde erörterte regionale Probleme, wie die B30- Süd oder auch den regionalen Vorteil von Stuttgart 21 für Oberschwaben.
Insgesamt gesehen habe ich in den zwei Tage viel Neues kennengelernt. Nachdem ich hinter die Kulissen des Landtags blicken konnte, sehe ich die Politik nun aus einem ganz anderen und neuem Blickwinkel. Ich könnte mir ohne Weiteres vorstellen, weitere Praktika in diesem Themengebiet zu absolvieren.
Mirjam Strobel
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